Der Kräutergarten

Ein Kräutergarten ist ebenso nützlich wie schön und bringt neben Geschmacksqualitäten auch viele Vitamine auf den Tisch. Seit undenklichen Zeiten bereits Kloster- und Bauerngärten belebend, sind Kräuter zudem altbewährte Hausmittel, die der Pflege nutzen und bei kleineren Krankheiten Heilung bringen. Die meisten ein- und mehrjährigen Würz- und Heilkräuter sind recht anspruchslos und gedeihen selbst in Töpfen und Balkonkästen. Sie benötigen lediglich einen sonnigen und warmen Standort sowie einen nicht zu feuchten Boden. Estragon, Kresse und Liebstöckel, die den Halbschatten bevorzugen, bilden hier eine Ausnahme.


Vor der Pflanzung sollten die Beete tief umgegraben und anschließend mit Kompost, niemals jedoch mit frischem Stalldung verbessert werden, da ein Zuviel an Düngemitteln nur große Pflanzen mit wenig Aroma hervorbringt. Als Starthilfe sind Hornspäne und Hornmehl, die in ihrer Wirkung gleichmäßig, langsam und schonen sind, besonders gut geeignet. Für Mediterrane Kräuter, zu denen unter anderen Salbei, Rosmarin und Thymian zählen, wird dagegen ein ungedüngtes Fleckchen Erde reserviert. Ist der Kräutergarten erst einmal gut bewachsen, muss der Boden nur noch regelmäßig von Unkraut befreit und hin und wieder aufgelockert werden, um die Wurzeln zu belüften. Einige Kräuter besitzen das meiste Aroma während der Morgenstunden und werden geerntet, wenn der Tau abgetrocknet ist. Vor allem Blattgewürze, wie Bohnenkraut und Majoran werden um diese Zeit geerntet. Die ätherische Öle enthaltenen Arten dagegen um die Mittagszeit. Samengewürze sollten gerade ausgereift sein und Wurzeln werden erst am Ende des Wachstums im Herbst geerntet. Getrocknet werden die Kräuter luftig, aber im Schatten, da die brennende Sonne die wirksamen ätherischen Stoffe und Aromen zerstört.


Ob ein Kräutergarten nun streng formal und geometrisch, als traditionelles Kräuterrad oder in Form einer Kräuterspirale angelegt ist, er benötigt nicht viel Platz. Auf ungefähr zwei Quadratmetern können gut 12 Pflanzen untergebracht werden. Um die Kräuter leicht zu erreichen, sind kleine Beete dienlich. Des Weiteren sollten die Pflanzen so angeordnet sein, dass hohe und sich ausbreitende Arten nicht nach einigen Jahren die Niedrigeren überschatten. Für die einjährigen Pflanzen, die in jedem Frühjahr neu ausgesät werden, müssen Plätze freigehalten werden.



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Oliver Hübner