Schwangerschaftsmode anno dazumal
Richtige Umstandsmoden gibt es erst seit den 80er Jahren, doch auch zuvor wurden Frauen ja schwanger. Was also haben sie getragen? Antwort: Ihre Alltagskleidung. Da die Kleidung bis ins frühe Mittelalter hinein sowieso nicht der weiblichen Figur folgte, war das zu dem Zeitpunkt auch kein großes Problem. Die Veränderungen der Körperformen unter der Kleidung waren ohne große Bedeutung und so gab es auch keine Bedarf an spezieller Umstandskleidung. In den Zeiten, in denen die Kleidung dann durch entsprechende Seitennähte den Körperformen etwas angepasst wurden, haben die Frauen allem Anschein nach diese Nähte während einer Schwangerschaft wieder aufgetrennt. Sowieso waren Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett im Mittelalter kritische Lebensphasen, die Frauensterblichkeit in dieser Phase entsprechend hoch. Und so wurde aus einer Schwangerschaft möglichst wenig Aufhebens gemacht. Das werdende Mutterglück war keinesfalls gesellschaftsfähig, der Schwangerschaftsbauch sollte verborgen bleiben, weshalb Hochschwangere praktisch nicht mehr außer Haus gingen. Während der Barockzeit gab es weite und lose Gewänder, wie zum Beispiel ein mantelartiges Kleid ohne sichtbare Taille und mit vielen voluminösen Falten, das den Namen Adrienne erhielt. Dieser Name wurde ihm erteilt, nachdem es durch die Komödie „Andira“ durch die Schauspielerin, die das Kleid trug große Bekanntheit erreichte. Das Modell Adrienne wird von vielen als erstes typisches Kleid angesehen, dass extra die Schwangerschaft berücksichtigte. Im Rokoko, also Ende des 18. Jahrhundert finden sich dann viele Kleider und Kombinationen, die enorm anpassungsfähig waren und sozusagen “mitwachsen” konnten. Ende des 18., Anfang des 19. Jahrhunderts war dann die hochgezogene Taille modern, unterhalb der Brust fiel das Kleid weit wallend herab. Darunter konnte praktisch jede Schwangerschaft versteckt werden. All diese Kleider waren immer noch keine wirklichen Schwangerschaftskleider. Die ersten Umstandskleider werden erst Mitte des 19ten Jahrhunderts erwähnt und dienten ebenfalls dem Zweck, den damals immer noch peinlichen Zustand zu verbergen. Die meisten dieser speziell angefertigten Kleidungsstücke waren zudem den höher gestellten Frauen vorbehalten. Arme Frauen trugen praktisch zu allen Zeiten formlose Kleider, die eine Schwangerschaft zuließen ohne sie zur Schau zu stellen. Fazit: Bis in das 19. Jahrhundert hinein gab es keine spezielle Umstandskleidung und dann dauerte es noch einmal ein gutes Jahrhundert bis daraus eine richtige Umstandsmode wurde.
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Andreas Mettler presse@mettlerweb.de
Artikel / Pressemitteilung wurde geschrieben von: findur
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