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Politik, Studiengebühren und Studentenjobs


Als in Deutschland Studierender und einem Studentenjob Nachgehender, stell man sich mittlerweile eigentlich immer und immer wieder die eine, alles entscheidende Frage: „Für wen mach ich das hier eigentlich alles?“ Irgendwie scheint die Antwort der Eltern, die man sich Semester lang anhören konnte, „Du machst das für dich, damit du später mal mehr verdienst als die anderen“, ein wenig zu kurz gegriffen. Von den „High Potentials“ und den Gesellschaftsspitzen, den Häuptlingen und Bossen von morgen ist immer wieder die Rede, wenn man sich die Polittalkshows ansieht. Man soll also Häuptling werden, soll „Verantwortung für diese Gesellschaft übernehmen“ und einen „Mehrwert schaffen“. Und für wen? Für die Gesellschaft also… Nun gut. Man macht es also nicht für sich selber, sondern für die Gesellschaft, weil es so eminent wichtig ist, dass so viele von uns Deutschen studieren wie möglich. Okay… auch das ist ok. Den Ferienjob macht man für sich, damit man studieren gehen kann, den anschließenden Job für die Gesellschaft, weil man ja mehr Steuern zahlt als im Studentenjob. Man nimmt es hin, fühlt sich vielleicht auch noch ein bisschen mehrwertig und schweigt mehr oder weniger stolz. Dann macht man es eben für die Gemeinschaft. Allerdings wirft das eine Frage auf, deren Beantwortung mir bisher relativ schwer gefallen ist. Wenn von uns Studenten erwartet wird, dass wir an die Gesellschaft denken und unseren (großen) Teil dazu beitragen, dass diese Gesellschaft weiterhin funktionieren kann, wo ist dann der Punkt, an dem UNS die Gesellschaft entgegenkommt und mit allen Mitteln und Wegen versucht, so viele Studenten wie möglich dazu zu bekommen, ein Hochschulstudium angemessener Qualität und angemessenen Anspruchs erfolgreich zu absolvieren? Wieso muss ein Student sich mit Studentenjobs rumschlagen, damit er seine 500 Euro Studiengebühren pro Semester bezahlen kann, ganz zu schweigen vom sowieso anfallenden Semesterbeitrag (meist bis zu 200 Euro).
Das ein Student im Endeffekt sehr viel für die Gesellschaft tut und mit seinen Steuern wesentlich mehr zum Gemeinwohl beiträgt als so manch anderer (jedenfalls im statistischen Mittel), sollte doch eigentlich zu dem Denken führen, dass es gar nicht zu teuer sein darf so viele wie möglich studieren zu lassen.
Einen Studentenjob oder Ferienjob (in den Semesterferien werden übrigens Klausuren geschrieben) oder was auch immer neben dem Studium zu machen, schadet sicherlich keinem und ist für den anschließenden Einstieg in den Beruf sehr hilfreich. Allerdings muss man bedenken, dass die zu zahlenden Studiengebühren eine Hürde für jeden Schüler darstellen, der sich unter Umständen aus diesem Grunde gegen ein Studium entscheiden könnte. Es geht also nicht um die Frage, ob man mit Ferienjob oder Studentenjob sein Studium schaffen kann oder nicht, sondern ob es eine abschreckende Wirkung beinhaltet das Studium mit Abgabepflichten in Höhe von insgesamt bis zu 700 pro Semester zu versehen. Die Antwort auf diese Frage ist denke ich eindeutig und auch nicht wegzudiskutieren!

Autor / Information

Michael de Riet (Mitch Majestro)


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Artikel / Pressemitteilung wurde geschrieben von: Mitch Majestro
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