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Augustinus und die Astrologie


Für die Antike gehörten Astronomie und Astrologie zusammen, und erst gemeinsam ergaben sie ein vollständiges Weltbild.
Die Spaltung der Sternkunde in die Fächer Astronomie und Astrologie erfolgte erst im vierten Jahrhundert nach Christus. Das war die Zeit der Kirchenväter Johannes Chrysostomos, Hieronymus, Athanasius, Ambrosius und Augustinus, die Zeit der Auseinandersetzung um die Frage der Gottähnlichkeit Christi auf dem Konzil in Nikäa, die Zeit, in der das Christentum Staatsreligion im Römischen Reich wurde, in der die Bibel in die lateinische Sprache übersetzt wurde und Rom unter dem Vandalensturm fiel.
Augustinus griff in seinem Werk De civitate dei (Über den Gottesstaat) die Astrologie heftig an und warf ihr insbesondere vor, den menschlichen Willen zu versklaven, indem sie behaupte, der ganze Verlauf eines Lebens könne durch die Sterne vorhergesagt werden (was eine ebenso plumpe wie unrichtige Vereinfachung ist). Wenn eine Voraussage eingetroffen war, erklärte er sie mit Zufall oder Teufelswerk. Konkret verlangte er, dass diejenigen, die der Ansicht sind, dass die Sterne unser Handeln und unsere Leidenschaften ohne Gottes Fügung leiten, zum Schweigen gebracht oder überhört werden müssen, gleich, ob sie Christen oder Sklaven irgendeines Götzendienstes seien. Denn hinter dieser Ansicht stecke ja nichts anderes, als dass jede Gottheit rundheraus auszuschließen sei. Und mit was für einer Macht solle Gott die Menschengeschicke lenken, »wenn sie durch einen Zwang der Sterne ins Wanken gebracht werden können, während Er doch der Herr über Menschen und Sterne ist? Es klingt ein bisschen nach »weil nicht sein kann, was nicht sein darf ...« Immerhin, auch wenn Augustinus jeden, der den Sternen Einfluss auf das Leben auf Erden zuspricht, zum Schweigen bringen wollte - den Einfluss der Planeten auf Ebbe und Flut und auch auf niedere Tiere leugnet er nicht, und sein Fazit ist schließlich, Christen hätten besseres zu tun, als ausgeklügelte Untersuchungen über die Größe und den Abstand von Sternen anzustellen.
Nach der Völkerwanderung, als die Klöster der einzige Ort waren, an dem noch Wissenschaft und Bildung gepflegt werden konnte, war die Trennung vollzogen: die Astronomie wurde zu einer der Sieben Freien Künste und diente zum Beispiel zur Berechnung der beweglichen Feste des kirchlichen Kalenders (Sie werden es ohnehin wissen: Ostern ist der Sonntag nach dem ersten Vollmond nach Frühlingsanfang. Und um den Termin des Frühlingsanfangs, das ist am Tag der Frühlings-Tagundnachtgleiche, festzustellen, sind gewisse astronomische Kenntnisse erforderlich). Die Astrologie sank zunächst fast bis zur Bedeutungslosigkeit. Astrologische Schriften der Griechen wurden lange Zeit nur in arabischen Übersetzungen »aufbewahrt«. Seit dem 12. Jahrhundert wurden sie nach und nach ins Lateinische übersetzt und unserem Kulturkreis wieder zugänglich gemacht.
Als das kopernikanische Weltbild 1543 das ptolemäische ablöste, mussten zwar die Astronomen umdenken, für die Astrologen änderte sich aber nichts, denn zur Erstellung eines Horoskops war es nach wie vor nötig, die Stellung der Planeten in ihrem Verhältnis zur Erde zu berechnen. Dabei war es völlig gleichgültig, ob sich dabei die Erde um die Sonne drehte oder die Sonne um die Erde. Aus diesem Grund finden Sie auch in allen astrologischen Lehrbüchern immer wieder Schemazeichnungen mit der Erde im Zentrum.

Autor / Information

Helmut Schneider informiert über Astrologie und Horoskope auf http://www.partnerhoroskope.net


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Artikel / Pressemitteilung wurde geschrieben von: schneiderlein91
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