Registrierung | Aufnahmeregeln | Web + Surflinks | Seo Marketing | Artikel schreiben | neue Artikel | Artikel Suchen |

Artikelverzeichnis
Gratis SMS
Suchmaschinenranking

Content Service | Impressum | Partnerlinks | Kontaktformular


 5 User online.

Sinnliches Geben und Nehmen


Ein Intensivseminar zur Tantramassage.

Es war intensiv, intim und gleichsam sinnlich. Das erstaunliche für mich war, wie schnell aus einer Gruppe fremder Menschen innerhalb weniger Tage eine mit Liebe durchtränkte Gemeinschaft zusammen wuchs. Warum sind wir in der Lage, unsere Grenzen so schnell zu überschreiten. Wieso kann ich nach so kurzer Zeit so viel Intimität von „Fremden“ zulassen?


Es ist fünf Uhr morgens, mit gemischten Gefühlen verlasse ich mein Haus in der Dunkelheit und setze mich in mein Auto. Was wird mich alles erwarten? Fünf Tage weg von zu Hause, von meiner gewohnten Umgebung, meinem Mann und meinen Kindern. Eigentlich wäre ich jetzt noch viel lieber im Bett und würde davon träumen, wie schön das Leben doch sein kann, von Liebe, von Geborgenheit und von tiefer Sinnlichkeit. Ich sehne mich so sehr nach diesen Dingen. Ja ich fühle mich bei meiner Familie und bei meinem Mann aufgeräumt und zu Hause, aber ich träume so oft von einem richtigen zu Hause, das meistens eben nur in meinen Träumen zu finden ist.

Während ich diesen Gedanken nachhänge bin ich bereits auf halbem Weg nach Köln. Ich sehe die Sonne im Rückspiegel aufgehen, während ich auf der A3 weiter meinem Ziel entgegen fahre.

Punkt 12 Uhr komme ich an. Die Villa Schaaffhausen liegt in einem wunderbaren parkähnlichen Areal. Geschäftiges Treiben auf dem Parkplatz und dem Park vor dem Haus lässt auf ein größeres Ereignis schließen. Mehrere Menschen drängen sich in der Empfangshalle um Jörg, der die einzelnen Kursteilnehmer begrüßt und instruiert. Alles läuft sachlich und geschäftig ab. Schließlich bringe ich meine Sachen auf mein Zimmer und die meisten der Teilnehmer finden sich im Essraum ein. Ich fühle mich ein wenig fremd, kenne ja niemanden und bin ganz alleine hier. Viele Teilnehmer scheinen sich besser zu kennen, sie sind mit ihrem Partner oder Freunden hier, so scheint es zumindest. Das Essen ist jedenfalls hervorragend. Die vegetarische Küche ist geschmackvoll und sicher liebevoll zubereitet und beim Essen kommt man schnell dem ein oder anderen Kursteilnehmer näher.

Nach dem Essen treffen wir uns alle im Umkleideraum vor der Sauna. Jeder sollte einen Kraftgegenstand mitnehmen. Ich habe meinen kleinen Affen dabei, den mir mein Mann bei unserem ersten Treffen geschenkt hat und ich fühle mich dadurch nicht mehr so allein. Außerdem sollte jeder Teilnehmer eine Rose mitbringen. Nur mit einem Sarong bekleidet warten wir darauf, dass wir in den Saal geführt werden. Monika die reizende Assistentin nimmt mich an der Hand und führt mich, in den Seminarraum, wo mich Michaela und Jörg nach buddhistischer Tradition begrüßen. Mit gefalteten Händen und tief geneigten Häuptern, ehren sie den Gott in mir. Die tragende und sanfte Musik, der liebliche Duft und die beiden Menschen schaffen einen Raum des Friedens und der Ruhe. Sie nannte mich Shakti, malte mir ein drittes Auge auf die Stirn und verbeugte sich noch einmal. Ich spüre die Freude darüber, dass sie mich hier und jetzt begrüßen dürfen. Ein schönes Gefühl angekommen zu sein.

Monika führt mich zu meinem Platz und die Begrüßungszeremonie geht weiter. Ich bin plötzlich ganz ruhig, meine Nervosität und Ungewissheit, die mich den ganzen Vormittag über noch begleitet hatte, waren wie weggeblasen.

Nachdem alle angekommen sind, werden wir mit der „Hausordnung“ vertraut gemacht. Wir sitzen im Kreis reichen uns den mit Federn und Lederstückchen geschmückten schamanischen „Redestab“ weiter und ich gebe dabei den anderen bereits einen kleinen Einblick in die tiefe meiner Seele, der mir bis vor kurzem selbst noch verborgen schien.

Zum Ende des Tages verändert sich die Stimmung und das Verhalten der Gruppe. Wir werden aufgefordert uns zu bewegen. Die anfänglich eher heilig anmutende Stimmung mutierte durch den gezielten Einsatz von rhythmischen Klängen zu einem lustig fröhlichen Tanzgelage. Ausgelassen tanze ich zu Trommelklängen und nicht nur ich fühle mich wie ein kleines Kind.

Der Grund unseres Zusammenseins war die Tantramassage zu erlernen. Jeder hatte seine eigenen Vorstellungen über Tantra und Tantramassage. Damit sich die Gruppe eine Vorstellung davon machen konnte, um was es Michaela und Jörg in ihrem Workshop ging, demonstrierten sie ihre Arbeit.

Wer jetzt dachte, dass Tantramassage unmittelbar mit Intimmassage und Sexualität zu tun hat, sah sich spätestens jetzt eines besseren belehrt. Tantramassage ist in erster Linie eine sinnliche Massage, die mit Hingabe, Liebe, und Intimität zu tun hat. Die anmutig dargebotene Massage von Michaela trieb auch vielen hart gesottenen Männern die Tränen in die Augen. Es kommt einem Kunstwerk gleich, wenn sich die beiden auf den Gebenden und Nehmenden Part der Tantramassage einlassen. Umgarnt von sinnlichen und kraftvollen Ritualen wird Jörg von Michaela in einem nahezu sichtbaren kokonartigen Energiefeld darauf vorbereitet sich zu öffnen und die allgegenwärtige Liebe zu empfangen. Ich spüre die Freude bei Jörg und Michaela. „Das ist es“, denk ich mir:, „so möchte ich die Tantramassage auch geben“. Keiner im Raum wagt es sich zu bewegen, alle sind wie gebannt.

Was mir hier vor Augen geführt wurde ist, ja ich möchte fast sagen, ein heiliger Aspekt, der ganz sicher viel mit Heil und Heiligung zu tun hat. Ich denke, dass es die Hingabe ist, das vollkommene Einlassen auf den Partner, was diese besondere Art der Tantramassage so kraftvoll macht.

Michaela sagte mir, dass Tantra für sie eine Lebensphilosophie ist, die allem Leben sehr viel Respekt zollt. Natürlich gehört dazu auch die sexuelle Energie des Menschen. Der Körper ist der Tempel unserer Seele und die sexuelle und sinnliche Energie ist die stärkste und ursprünglichste Quelle für die Lebensfreude und Kraft die wir Menschen haben.

Die Tage vergehen wie im Flug, kein Wunder bei diesem vollen Programm. Es bleibt kaum Zeit die schöne Gegend und das herrliche Frühlingswetter zu genießen, da wir von morgens bis abends massieren, meditieren, und das gelernte mit der Gruppe nachhaltig vertiefen. Einen richtigen Höhepunkt hatte das Seminar aber dennoch zu bieten, der es verdient, aus dem qualitativ sehr hochwertigem Grundprogramm herausgehoben zu werden. Die Demonstration der Yoni- und Lingammassage. Am vorletzten Tag, nachdem wir die tantrischen und schamanischen Rituale gelernt hatten, intensiv verschiedene Massagetechniken geübt hatten, ging es nun ans Wurzelchakra. Wie zu Beginn des Seminars gaben Michaela und Jörg nun die Tantramassage mit Yoni- bzw. Lingammassage. Überflüssig zu erwähnen, dass die Vorbereitungen dafür in aller Ehrfurcht, Anerkennung und Stille vonstatten gingen. So stelle ich mir das zelebrieren einer heiligen Messe vor. Jörg zeigte dabei, wie der „Big Draw“ funktioniert, bei dem die Sexualenergie nicht nur im Wurzelchakra empfunden wird, sondern sie in den ganzen Körper geleitet wird.



Wenn ich heute zurückblicke, tu ich dies mit Wehmut. Es war eine ganz besondere und interessante Zeit für mich. Menschen, die mir vor weinigen Tagen noch fremd waren, ja vor denen ich sogar noch irgendwie Angst hatte, sind mir innerhalb weniger Tage zu echten Freunden geworden. Ich habe das Gefühl meine Familie zu verlassen, als ich am Sonntag mittag in meine Auto steige und wieder nach Hause fahre. Die Grenzen vom Ich zum Du sind aufgeweicht, und ich konnte die Nähe der anderen zulassen. Beim Abschied hatte ich das Gefühl, dass ich alle Anwesenden schon seit meiner Kindheit kennen müsste, anders konnte ich mir meine Gefühlsregung kaum erklären. Vor allem Michaela und Jörg waren für mich wie Eltern. Sie boten einen geschützten und sinnlichen Rahmen, in dem jeder so sein konnte wie er sich fühlte. Es fanden Begegnungen in der Tiefe des Herzens statt. Der Ausdruck „Namaste“ ist wohl der treffendste, den ich dazu kenne. Ich grüße den Gott und die Wesenheit Gottes in dir.

Nie hätte ich gedacht, dass sich innerhalb weniger Tage ein so vertrautes Verhältnis von Menschen aufbauen lässt. Und das ganze „nur“ durch sinnliche Berührung.

Die Tantramassage, die ja Anlass des Seminars war, rückte während der ganzen fünf Tage immer mehr in den Hintergrund, natürlich lernten wir die Techniken und das Handwerk dafür, aber der wahre Zauber bestand darin, diese Energie lebendig werden zu lassen. Es liegt mir absolut fern Werbung für eine Sache zu machen, dennoch wünsche ich mir von ganzem Herzen, dass jeder Mensch einmal so eine tiefgreifende emotionale Erfahrung machen darf. Wie sehr würde ich es meiner Tochter wünschen, einmal diesen emotionalen Tiefgang erleben zu dürfen, vielleicht würden wir uns danach wieder besser verstehen? All meinen Freunden und Bekannten würde ich dieses Erlebnis gerne schenken. Natürlich weiß ich, dass das nicht geht. Jeder muss seine Erfahrung selbst machen, jeder ist auf seinem Trip und wahrscheinlich haben es die anderen ja gar nicht so nötig wie ich es hatte. Schließlich war dieses Seminar ja auch nur für mich! Eines ist mir in diesen Tagen aber unmissverständlich klar geworden, nämlich, was es heißt, sinnlich berührt zu werden, und welche Kraft allein in der sinnlichen Berührung steckt. Die Magie dieser Berührung ist es, die uns Menschen Heilung bringt. Die sexuellen Tabus unserer Gesellschaft kommen mir auf einmal so lächerlich vor, so unbedeutend. Hatte ich vor dem Seminar hin und wieder kurz aufblitzende Bedenken über die Art meiner Arbeit als Tantramasseuse, so hat sich dies nun vollkommen verändert. Jetzt erzähle ich erhobenen Hauptes meinen Kindern von meiner Berufung.

Meine Arbeit, die Tantramassage, folgt nun einem ganz anderen Prinzip. Hatte ich vor diesem Seminar noch versucht mich an Techniken und bestimmten Massagegriffen zu orientieren, so fühle ich mich heute, nach dem Seminar wie eine Meisterin. Meine Hände gehen ihren Weg von ganz allein. Ich komme mir vor wie ein Dirigent, der ein ganzes Orchester in Schwingung versetzt. Meine Klienten haben diesen kleinen Unterschied bereits wahrgenommen und können sich den Qualitätssprung nicht erklären. Ihre Dankbarkeit ist echt und sie kommt aus dem Herzen, so wie meine Arbeit nun auch ihr Herz berührt.

Ich höre gerade das Klingeln des Weckers. Soeben ziehen die letzten Bilder meines Traums vorüber. Ich träumte, wie schön das Leben doch ist. Ich spüre tiefe Liebe in mir, ich fühle mich geborgen und tiefe Sinnlichkeit durchströmt meinen Körper. Viele sehr vertraute Menschen berührten mich und zogen ihre Kreise um mich. Ich öffne meine Augen sehe neben mir meinen Mann, atme tief ein und fühle mich zu Hause

Namaste'

Nanda
http://www.massagekunst.com/index.html

Autor / Information

Yolinga Massagekunst, München http://www.massagekunst.com/index.html


   PDF-View   |      Druckansicht |
Artikel / Pressemitteilung wurde geschrieben von: Yolinga
Artikel wurden bisher 732 gelesen | Dieser Artikel hat eine Wortanzahl von: 1622



Artikelbewertung: Keine Bewertung vorhanden
Du musst eingeloggt sein, um kommentieren zu dürfen!

Kommentare

Kein Kommentar geposted.

Kommentar hinzufügen

Um ein Kommentar zum Artikel abzugeben bitte einloggen --> Login.
Verlinken Sie diesen Artikel auf Ihrer Webseite:





Bitte keinen Content aus dieser Seite kopieren - Protected  by Copyscape.


Superbanner WebPack 3.0